Text-Bild-Ansicht Band 326

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vor einer durch Blechscheibe verschließbaren, kreisrunden Oeffnung eine Signallaterne.

Zwischen Kessel und Rahmen sind vier große Sandkasten eingebaut, die zwei vorderen für die beiden Vorderachsen, die zwei hinteren für die dritte und vierte Achse. Das Sandstreuen erfolgt durch gemeinsamen Zug entweder von Hand oder durch den Leach-Sandstreuer mit Druckluft.

Sonderausrüstungen. Die Maschine war ausgerüstet mit zwei tiefliegenden Fridmann-Injektoren Nr. 10, einer Friedmann-Schmierpumpe rechts, mit sechs Oelabgaben und Antrieb vom inneren Kulissentragzapfen, ferner mit einem Geschwindigkeitsmesser von Hasler, Bern, und einer Dampfheizung, System Haag mit auffallend stark isolierten Hauptleitungsrohren.

Der Tender ist zweiachsig und ohne die sonst übliche steife Tenderkupplung als Anhängewagen ausgeführt. Im vorderen Te le befindet sich die Zysterne mit 13 cbm Wasserfassung, über der Hinterachse ist ein Wagenkasten aufbau, der als Zugführerabteil und Gepäckraum dient.

Form, Anstrich. Die in schönen Formen (abgesehen von dem linken Kohlenkastenaufbau) gut und sauber ausgeführte Maschine hatte oben schwarzen, schmucklosen Anstrich, lackiert, Rahmen und Räder waren rot gestrichen, Bandagen weiß, Triebwerk blank.

Leistungen. Auf der kurzen Strecke Pistoia -Pracchia mit vielen Kurven und Steigungen bis 26 v. T. wurde eine dieser Maschinen im April 1907 eingehenden Versuchsfahrten unterworfen. Mit einem Zuggewicht von 272 t erreichte sie auf 13 v. T. Steigung eine Geschwindigkeit von 48 km/Std., was bei einer Zugkraft von 4640 kg einer Maschinenleistung von 1296 PSi entspricht. Auf der Steigung von 25 v. T. entwickelte die Maschine mit demselben Zuge eine Zugkraft von 7600 kg mit 24 km Geschwindigkeit.

(Fortsetzung folgt.)

Kugel- und Rollenlager, ihre Konstruktion und Anwendung.

Von Regierungsbaumeister Dierfeld.

(Fortsetzung von S. 295 d. Bd.)

Textabbildung Bd. 326, S. 308
Textabbildung Bd. 326, S. 308
Textabbildung Bd. 326, S. 308
Textabbildung Bd. 326, S. 308

Den Einbau von Doppeldrucklagern an Wellenenden sehen wir in Fig. 49 und 50. Das Lager der Deutschen Kugellagerjabrik (Fig. 49) kann nach Lösen des äußeren Schraubdeckels und der Muttern ganz nach rechts herausgezogen werden; auch eine Nachstellung des Lagers ist möglich durch Anziehen der inneren Schraubplatte, die kleine Schraube dient als Sicherung. Die Umkehrung dieser Konstruktion bildet das Lager der Auto Machinery Co. (Fig. 50); das Lager bleibt hier auf der Welle, während nach Lösen der Schrauben das ganze äußere Gehäuse vom Lager abgezogen werden kann. Eine Nachstellung ist hier nicht vorgesehen, beide Lager können ganz mit Oel gefüllt werden.

Textabbildung Bd. 326, S. 308
Textabbildung Bd. 326, S. 308

Diesezweireihigen Doppeldrucklager sind ziemlich kompliziert und teuer, nehmen auch viel Platz ein, daher strebten die Konstrukteure dahin, ein einreihiges Lager zu bauen, das ebenfalls allen Ansprüchen genügte. So baut Schäfer in Schweinfurt ein Lager nach Fig. 51 a ist die sich drehende Welle, b das stillstehende Gehäuse. Die beiden Kugeldruckscheiben c, d sind in den vier Buchsen e, f, g, h leicht drehbar und achsial einige Zehntel Millimeter verschiebbar angeordnet. Erfolgt der Druck in Richtung i, dann drückt die Fläche q an die