Text-Bild-Ansicht Band 326

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r tg (α – φ) < μ ρ (2 y – 1) – η2 [r tg (α + φ) μ ρ1] 5a)

(Bedingung für die Wirkungsweise als Senksperrbremse;

Der Halbmesser r der Schraube ist durch die Dicke der Bremswelle gegeben. Die Bremswelle wird als gewöhnliche Vorgelegewelle auf Verdrehung und Biegung berechnet, wobei man der Formänderungen wegen eine geringe Materialbeanspruchung zugrunde legt. Der Wert von ρ1 richtet sich nach den Abmessungen des Flächenpaares I. Seine Reibfläche wird, da sie derselben Beanspruchung unterliegt, in der gleichen Weise berechnet wie die übrigen Bremsflächen und erhält bei Anordnung mehrerer Sperrscheiben in der Regel auch die gleiche Größe. Für den Gewindereibungskoeffizienten nimmt man zur Sicherheit einen höheren Wert (tg φ = 0,13) und berechnet dann aus Gleichung 20 den Steigungswinkel a. Erfüllen die so erhaltenen Größen die Gleichung 5a nicht, so ist die Rechnung mit einem entsprechend veränderten Werte von ρ1 von neuem durchzuführen. Gewöhnlich ist Gleichung 5a erfüllt, wenn man mehr als eine Sperrscheibe (y > 1) anordnet.

Zwecks Berechnung der Anzahl der Gewindegänge hat man den höchsten auftretenden Bremsdruck zu bestimmen. Das Druckmaximum tritt entweder beim Anheben oder beim Festhalten nach vorhergehendem Senken und zwar meist beim Anheben ein. Man muß also den Bremsdruck bei Vollast und unter Benutzung des normalen Wertes für tg φ (für Stahl auf Bronze bei guter Schmierung tg φ = 0,1) aus Gleichung 1 und aus Gleichung 19 ermitteln, und den größeren der beiden Werte, der sich in der Regel aus Gleichung 1 ergibt, der Berechnung der Gewindelänge zugrunde legen.

(Schluß folgt.)

Bemerkenswertes aus dem maschinen- und elektrotechnischen Gebiet auf der Weltausstellung in Brüssel 1910.

Von Dr.-Ing. A. Linker, Kiel.

(Schluß von S. 302 d. Bd.)

Auch die internationale Maschinenhalle bot vieles Sehenswerte. So bemerkte man in der Schweizer Abteilung u.a. eine neue Zugbeleuchtungsanlage von Brown, Boveri & Co., Baden (Schweiz), die eine Verbesserung der s. Zt. von Aichele (E. T. Z. 1905, S. 95) angegebenen Anordnung ist. Das Prinzip des Systems besteht darin, durch Einwirkung eines Spannungsrelais den Widerstand der Erregerwicklung bei verschiedenen Geschwindigkeiten zu verändern, so daß eine konstante Spannung von der Maschine geliefert wird. Durch entsprechende Schaltelektromagnete wird außerdem ein Ueberladen der Akkumulatorbatterie durch Spannungserniedrigung vermieden, sowie bei Stillstand der Wagen die Maschine von der Batterie abgeschaltet.

Sehr reichhaltig an großen elektrischen Maschinen war der Stand der belgischen Firma Ateliers de Constructions Electriques de Charleroi, Société Anonyme. Darin befanden sich u.a. ein Motorgenerator für 1100 KW Leistung, bestehend aus einem synchronen Drehstrommotor für 1300 PS, 3000 Volt, 50 Perioden/Sek., 420 Umdr./Min., mit einer vierpoligen Erregermaschine für 30 KW bei 230 Volt, 130 Amp.

Der Gleichstromgenerator gab 2200 Amp. bei 500 Volt Spannung ab. Ein anderes Aggregat von 1350 KW diente zur Speisung eines Fördermotors für Bergbau mit 1050 PS bei 500 Volt, 2610 Amp. und 54 Umdr./Min.

Von den französischen Fabrikaten war besonders bemerkenswert ein großer Turbogenerator für Dreiphasenstrom mit Kompoundierung. Er leistete etwa 1600 K V A bei 10000 Volt, 1500 Umdr./Min. und lieferte den Strom für den Betrieb der großen Maschinenhalle. Die Turbine war von Du Jardin & Cie, Lille, nach dem System Oliron gebaut und leistete 2000 PS.

In dem italienischen Teil der Maschinenhalle war die Firma Tost, Mailand, vertreten mit einer großen Turbine zum Antrieb eines Dreiphasengenerators von Brown, Boveri & Co., Mailand, für 3000 KW, 3800 Volt, 1260 Umdr./Min., 610 Amp./Phase, 42 Perioden/Sek.

Von den niederländischen Firmen hatte die Elektrotechnische Industrie (Willem Smit & Co.) in Slikkerveer bei Rotterdam einen großen Gleichstromgenerator mit Wendepolen ausgestellt. Die Magnetwicklung ist dabei zur Vergrößerung der Kühlflächen unterteilt.

Ferner befand sich daselbst ein Kaskadenumformer nach dem System Arnold, Bragstad, la Cour der fü. das Gemeinde-Elektrizitätswerk Nymegen bestimmt ist Der Generator war für 300 KW, 650/750 Volt, 4 60/400 Amp. bei 750 Umdr., der Motor für 6200 Volt, 50 Perioden/Sek. mit sechs Polen gebaut. Die elektrische Kupplung beider erfolgte zwölfphasig.

Dieser Typus von Maschinen hat den Zweck, Wechselstrom in Gleichstrom umzuwandeln, und besteht aus einem Induktions-Asynchronmotor, der mit einem Gleichstromgenerator nicht nur mechanisch, sondern auch elektrisch gekuppelt ist. Diese Anordnung hat gegenüber dem Motorgenerator mit Synchronmotorantrieb mannigfache Vorteile:

1. Der Apparat kann ohne besondere Hilfsvorrichtung nur durch Anlaßwiderstand in Gang gesetzt werden.

2. Da etwa nur die Hälfte der Leistung mechanisch, die andere dagegen wegen der elektrischen Kupplung transformatorisch auf die Gleichstromseite übertragen wird, kann der Motor leichter gebaut werden. Ebenso kann die Gleichstrommaschine kleiner als eine normale bemessen werden, da sie nur bei einer Periodenzahl arbeitet, die der Hälfte derjenigen der Primärseite entspricht, somit in bezug auf Funkenbildung günstiger ist.

3. Der Wirkungsgrad ist höher als beim Synchronmotor-Aggregat.

Die Maschine kann auch als Gleichstrom-Wechselstromumformer und als Perioden und Phasenzahltransformator verwendet werden. Zur genaueren Orientierung über diese sehr vorteilhafte Maschinengattung verweise ich auf die Broschüre: „Der Kaskadenumformer“ von E. Arnold und J. L. la Cour (Erike, Stuttgart). Hinter der belgischen Haupthalle befand sich eine Sonderausstellung elektrischer Maschinen und Apparate, in der die Ateliers de Constructions, Charleroi, außer Generatoren, Motoren und dem Hochspannungsprüfraum einen Fördermotor für Bergwerksbetrieb mit selbsthätiger Druckknopfsteuerung im Betriebe vorführten.

Daß man bestrebt ist, die elektrischen Generatoren zur Beleuchtung von Automobilen auszunutzen, zeigte die Auto-Dynamo von Jos. de Coster & Co., Thildonck (Wespelaer), Belgien. Das Schaltungsschema der Anordnung zeigt Fig. 28.