Text-Bild-Ansicht Band 326

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haben und nie zu Betriebsstörungen Anlaß gaben. Um diese Lager zu prüfen, wurden während längerer Zeit plötzliche Steigerungen von Tourenzahl und Belastung vorgenommen, wobei sich die Lager gut bewährten; ja einmal mußten diese Lager während 4 Stunden unter vollem Druck (125 t) laufen und waren nachher nicht abgenutzt und vollkommen betriebsfähig. Derartige Rollendrucklager hat die Standard Roller Co. ausgeführt für 85 t Last bei 1200 Umdr.; das größte Lager wog 3,4 t und lief mit 100 Umdr. bei einer Last von 675 t.

Viel angewandt werden diese Drucklager auch für die Propellerwellen der Schraubendampfer, nur sind sie dann gewöhnlich nach Fig. 113 geteilt ausgebildet. Früher wurden zur Aufnahme des Propellerdruckes mehrere gußeiserne wassergekühlte Platten mit Weißmetallbelag angeordnet. Die Notwendigkeit der Kühlung und des Weißmetallbelages, an dem oft die Propellerwelle „festklebte“, bedingte einen beträchtlichen Kraftverlust und viele Unzuträglichkeiten, die durch Einbau von Rollenlagern beseitigt wurden. So wurde sehr viel Oel gespart, das Schiff lief ohne Vibrationen und mit größerer Geschwindigkeit; durch Versuche wurde unter anderen Beispielen auf einem Dampfer mit 3500 PS Maschinen festgestellt, daß seit Einbau der Rollenlager 4–5 t Kohle f. d. Tag gespart, während die Tourenzahl der Maschinen um 8 v. H. gesteigert wurde. Besonders hervorzuheben ist die geringe Wartung, die diese Lager den alten Drucklagern gegenüber erfordern.

Textabbildung Bd. 326, S. 365

In Fig. 114 sehen wir einen Schnitt durch ein Drucklager für Propellerwellen; die Zeichnung ist leicht verständlich. Um Anfressungen der Propellerwelle durch die gehärteten Stahldruckplatten zu verhüten, werden diese innen mit Buchsen aus Phosphorbronze versehen. Kombinierte Rollenlager für Radial- und Achsialbeanspruchung sind in Fig. 115 und 116 dargestellt. Fig. 115 zeigt den Fuß einer Kransäule; unten ist eine kugelige Unterlagsplatte angeordnet, damit das Drucklager kleinen seitlichen Verschiebungen der Kranachse folgen kann und der Druck gleichmäßig verteilt wird. Das ganze Lager läuft in einem Oelbade, bemerkenswert ist die obere Abdichtung gegen Staub. In Fig. 116 sehen wir ein sehr schweres Lager für den Zapfen einer Drehbrücke, das keiner weiteren Erläuterung bedarf.

Textabbildung Bd. 326, S. 365

Die Standard Roller Co. baut auch konische Rollendrucklager, bestehend aus zwei schwach konischen Platten von gehärtetem Stahl und konischen Rollen, die in einem Käfig vereinigt sind. Die Rollen berühren sich nicht untereinander; an jedem Ende einer Rolle ist eine Kugel eingesetzt, um die Rollen vollkommen achsial zu halten und dem natürlichen Bestreben der konischen Rollen, nach außen auszuweichen, entgegenzuwirken. Trotzdem diese Lager theoretisch richtiger konstruiert sind, als die Drucklager mit zylindrischen Rollen, haben sich letztere in der Praxis entschieden besser bewährt, wie die Firma mitteilt. Zum Teil ist dies wohl in der Schwierigkeit, konische Rollen genau herzustellen, begründet.

Textabbildung Bd. 326, S. 365

Polytechnische Rundschau.

Dampfturbinen für Abdampfverwertung.

Die moderne Zweidruckturbine in Verbindung mit absetzend arbeitenden Hüttenwerksmaschinen ist erheblich ökonomischer als der Betrieb mit Zentralkondensation. In Verbindung mit einem Dampfsammler wird ein Dampfverbrauch annähernd wie bei ständig umlaufenden Maschinen erreicht. Auch mit einer vorgeschalteten Hochdruckstufe zur Verarbeitung von Frischdampf bei Abdampfmangel sollte ein Wärmespeicher nicht fehlen, um den Betrieb so wirtschaftlich wie möglich zu gestalten. Zweckmäßig wird die Abdampfturbine für die größte vorkommende Abdampfmenge bemessen und für die Regel mit Zusatz von Frischdampf betrieben; läßt sich die Belastung der Abdampfturbine immer auf genügender Höhe halten, so kann der Wärmespeicher ziemlich klein ausfallen. Statt einer reinen Frischdampf- und einer reinen Abdampfturbine wird man zweckmäßig eine einzige Zweidruckturbine