Text-Bild-Ansicht Band 326

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begehrteste Ziegelmaschine geworden. Interessant ist an der „Maro-Ziegelpresse“, daß die Räder vollständig eingekapselt sind, daß sie im Oel laufen und daher fast kein Geräusch verursachen. Jeder Ziegeleibesitzer kennt die unangenehmen, ohrenbetäubenden Geräusche, die durch die Pressen älterer Konstruktion verursacht werden, so daß im Arbeitsraum eine Verständigung zwischen dem Arbeitspersonal fast zur Unmöglichkeit wurde.

Textabbildung Bd. 326, S. 668

Ebenso wie die Ziegelpressen sind die darauf montierten Walzwerke (Fig. 4) modernster Bauart und unterscheiden sich von den früheren Ausführungen ganz wesentlich. Bei den Walzwerken ist ebensowohl wie bei den Ziegelpressen eine Fettkammerschmierung eingebaut, die für den Ziegeleibetrieb von großer Bedeutung ist. Während früher mit den Walzwerken und Pressen älterer Konstruktion täglich die Schmierung nachgesehen werden mußte, ist dies bei der Fettkammerschmierung nicht mehr nothwendig, da sie monatelang, ja zuweilen eine ganze Kampagne aushält.

Nach diesen drei „Maro-Ziegelpressen“ gelangen wir zu einer Exzenterpresse (Fig. 5), die mit Formen für kombinierte Mönch- und Nonnen-Kloster-Pfannenziegel ausgerüstet ist. Wie schon vorher erwähnt, sind im Osten Deutschlands interessante Dächer zu finden, von denen viele aus Klosterpfannenziegel hergestellt sind. Außer der Exzenterpresse, die für Maschinenbetrieb eingerichtet ist, steht daneben noch eine Spindelpresse für Handbetrieb, die dem gleichen Zwecke dient, aber Formen für Nonnenziegel besitzt. Nonne und Mönch bilden ein sehr wirkungsvolles Dach, was man besonders bei der Marienburg bemerken kann. Aber nicht nur die älteren Bauten des Ostens, sondern auch neue Gebäude, darunter viele Bahnhöfe, sind mit Mönch- und Nonnen- resp. Klosterpfannenziegeln gedeckt.

Textabbildung Bd. 326, S. 668

Eine Glasurmühle zum Mahlen von Erdfarben und Glasuren, eine Kugelmühle zum Mahlen der verschiedenartigsten Materialien, sowie eine Handschlagnachpresse zur Herstellung von Chamotte- und Fußbodenplatten bilden den Schluß der ausgestellten Maschinen. Es würde zu weit führen, auf die nähere Konstruktion dieser Maschinen noch einzugehen, jedoch möchten wir nicht unterlassen, auf deren gute Konstruktion besonders hinzuweisen. Außer den Maschinen sind noch eine ganze Menge kleinerer Apparate ausgestellt, die in der Tonindustrie ebenso wichtig und nützlich sind als die großen Maschinen. Es sind in der Hauptsache Abschneideapparate und Mundstücke für die verschiedensten Ziegel, Drehscheiben sowie Transportgeräte; ferner ein Glasurbottich zum Glasieren und Engobieren von Dachziegeln.

ZUSCHRIFTEN AN DIE REDAKTION.

(Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.)

In den Heften 27–34 behandelt Herr Prof. Edler in sehr eingehender Weise die Streckenblockeinrichtungen für eingleisige Bahnstrecken und erwähnt dabei eine Schaltung, die der Unterzeichnete vor etwa 15 Jahren entwickelt hat und die u.a. in D. p. J. 1896, S. 157, von Herrn Oberingenieur Kohlfürst beschrieben wurde. Es sei daher gestattet, zu der vergleichenden Kritik des Herrn Prof. Edler über die verschiedenen Systeme einiges beizutragen. Herr Prof. Edler beschränkt sich in seinem Aufsatz auf Bahnstrecken ohne Zwischenblockstellen; d. U. möchte aber das Vorhandensein von Zwischenblockstellen gleich mit in Erwägung ziehen.