Text-Bild-Ansicht Band 326

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Transmission aus hat, der durch ein steilgängiges Schneckenvorgelege auf die Trommelwelle übertragen wird. Diese Neukonstruktion bietet speziell den Molkereien, die mit der Platzfrage in Schwierigkeiten sind, einen willkommenen Vorteil, da das bisher gebräuchliche Separatvorgelege etwa 2,5 m × 0,6 m Platz benötigte. Sonst sind sich beide Separatoren in der Konstruktion, Leistung und Entrahmungsschärfe vollständig gleich.

Die Trommelwelle, welche etwa 6000 Touren i. d. Min. macht, ruht auf einem Rollenspurlager und trägt oben die freihängende, gut ausbalancierte und verzinnte Stahltrommel L welche mittels abgedichtetem Aufschraubdeckel K geschlossen ist Die eigenartige Aufhängung der Trommel, welche aus Fig. 2 ersichtlich ist, macht eine Extra-Ausbalancierung derselben bei dieser Konstruktion überflüssig. Der Trommelkern besteht in der Hauptsache aus etwa 80 mit geringem Abstand übereinander ausgestapelten konischen Blechtellern M, welche mit Löchern versehen und zwecks gründlicher Reinigung einzeln abnehmbar sind.

Die vorgewärmte Vollmilch gelangt vom Milchhahn A über den Schwimmer und Verteiler B in das Zulaufregelgefäß C, nimmt ihren Weg durch das Mundstück D in das Zentrumrohr J und von dort zum Trommelboden. Von hier aus wird die aufsteigende Milch nun durch die Lochkanäle der Teller infolge der Zentrifugalkraft zwischen die einzelnen Teller in feinen Schichten gedrückt. Dieser Prozeß vollzieht neben der Scheidung von Magermilch und Rahm auch eine Reinigung. Der spezifisch schwere Schmutz lagert sich zu Schlamm an der Trommelwandung ab. Da der Rahm spezifisch leichter ist als die Magermilch, so drängt dieser dem Zentrum mehr zu und gelangt durch seine Rahmschraube nach dem Rahmsammeldeckel E, um dort abzufließen, während die Magermilch durch den Magermilchdeckel F den Separator verläßt. Weiter auf die Konstruktion einzugehen, dürfte sich erübrigen, da die Schnittzeichnung Fig. 2 ja die einzelnen Details erkennen läßt.

Nur eins soll erwähnt werden, daß der Separator in allen seinen Teilen größte Präzision aufweist. Für Kraftbetrieb werden die Separatoren für eine Leistung von 300–3000 l stündlich, für Handbetrieb von 60–600 Std./l gebaut. Der erste Separator bedeutete natürlich einen vollständigen Umschwung in der gesamten Milchwirthschaft, die sich bis dahin meist des umständlichen Satten-Entrahmungsverfahrens bediente.

Dem Separieren schließt sich die Hocherhitzung (Pasteurisieren) von Magermilch und Rahm auf 80–99° C an, zu welchem Vorgange die sogen. „Pasteure“ Verwendung finden. Diese Apparate gleichen in ihrer Konstruktion im wesentlichen den bereits beschriebenen Vorwärmern, nur daß man den Innenkessel konisch bezw. paraboloidförmig ausbildet und dem Austrittsstutzen eine senkrecht zum Radius des Apparates gehende Richtung gibt. Hierdurch und mit Hilfe des Rührwerks erreicht man eine derartig kinetrische Energie, daß die Milch oder der Rahm ohne Pumpe auf den gewöhnlich höher gestellten Kühler zwecks Tiefkühlung gebracht werden kann.

(Fortsetzung folgt.)

TECHNIK UND INDUSTRIE AUF DER INTERNATIONALEN HYGIENE-AUSSTELLUNG IN DRESDEN.

Von Dr. Ing. A. Sander, Charlottenburg.

(Fortsetzung von S. 740 d. Bd.)

Die sich hieran anschließende Halle 54 „An Siedlung und Wohnung“ enthält die großen Gruppen Bauwesen, Beleuchtung, Lüftung und Heizung, Wasserversorgung und Städtereinigung, die zum großen Teil sehr gut beschickt sind. Unter den Hilfsmaterialien für das Bauwesen sind die Emulsionen zur Imprägnierung von Baustoffen besonders zahlreich vertreten, die unter den verschiedensten Namen, wie Ceresit, Aquabar u.a., im Handel sind. Diese aus Paraffin, Asphalt oder anderen bituminösen Stoffen bestehenden Emulsionen werden entweder dem Mörtel beigemischt oder vor dem Verputz auf die Mauer gestrichen. Sie sind auch zum Anstrich der Innenwände und der Fußböden geeignet und ermöglichen die vollkommene Trockenlegung feuchter Wohn- und Kellerraume. Die Wirkung dieser Mittel wird sehr anschaulich an Zementplatten gezeigt, auf die große, mit Wasser gefüllte Glaszylinder aufgekittet sind. Während die vorher mit Emulsion behandelten Platten vollkommen trocken bleiben, kann man bei den anderen Platten ein mehr oder weniger starkes Eindringen von Wasser beobachten. Weiter finden sich hier Proben von Linoleum und Korklinoleum, sowie Platten und Formstücke aus Korkstein und Kieselgur, die zum Wärmeschutz von Fußböden, bei Eisenbahnwagen, Kühlraumen und künstlichen Eisbahnen in steigendem Maße-Anwendung finden. Unter diesen Stoffen verdient besonderes Interesse das Expansit der Firma Grünzweig & Hartmann, G. m. b. H., in Ludwigshafen a. Rh., der Erfinderin des Korksteins. Das Expansit ist ein nach einem patentierten Verfahren hergestelltes Korksteinmaterial, von dem 1 cbm nur 40 bis 50 kg wiegt. Gegenüber gewöhnlichem Kork besitzt dieses Material ein um ⅔ geringeres Gewicht und dazu ein um etwa 60 v. H. größeres Isoliervermögen. Gegen Feuchtigkeit ist es durchaus unempfindlich. Die Expansitplatten werden nach einem neuen Verfahren ohne jedes Bindemittel hergestellt und sind vollkommen porenfrei. Daneben kommt Expansit auch als loses Füllmaterial in den Handel. Die Kunststein- und Steinholzindustrie, die sich in den letzten Jahren stark entwickelt hat, ist hier ebenfalls gut vertreten. Die Pyrofugont-Werke-München,