Text-Bild-Ansicht Band 326

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waren in Brüssel sechs Maschinen ausgestellt, deren Erbauer aus Tab. 2 S. 25 d. Bd. ersichtlich sind. Diese Maschine, bestimmt für die Beförderung schwerer Schnellzüge mit durchwegs drei Wagenklassen, ist nach den Angaben des Generaldirektors J. B. Flamme, welcher auch Mitglied des Preisgerichts war, erbaut und hat sich nach mehrfachen, aus dem Betriebe sich ergebenden Vervollkommnungen zu einer beliebten Normaltype entwickelt.

Textabbildung Bd. 326, S. 227
Textabbildung Bd. 326, S. 227

Der Kessel enthält, wie alle von 1901 bis jetzt gebauten belgischen Heißdampflokomotiven, nach Fig. 86 den dreireihigen Schmidtschen Rauchröhrenüberhitzer, bestehend aus 25 Rauchröhren von 127 mm innerem und 25 × 4 = 100 Ueberhitzerröhren, die von unten senkrecht in den Dampfsammelkasten einmünden. Um die beim angeheizten Kessel auftretenden Spannungen und die hieraus sich ergebenden Undichtigkeiten in den Rohrwänden nach Möglichkeit zu vermeiden, sind die 180 Messingsiederohre schon im kalten Zustande mit geringer Pfeilhöhe nach oben durchgebogen, was sich im Betriebe gut bewährt hat.

Die über 3 m lange, kupferne Feuerbuchse mit reichlicher Tiefe liegt zwischen den Rahmen; sie ist infolge ihrer großen, oberen Breite von vorn eingebracht, die Stiefelknechtwand wird also zuletzt genietet. Die kupfernen Stehbolzen haben in den unteren Reihen 26 mm , in den oberen, in den Krümmungen liegenden Reihen 30 mm . Sowohl die Kesselrückwand als auch die Feuerbuchsrohrwand sind durch eine Anzahl Längsanker mit der Rauchkammerrohrwand verbunden, ebenso der Langkessel, welcher aus drei Schüssen besteht, von denen der mittlere den Dom mit breitem Fuß trägt. Zur Aufnahme des großen Ueberhitzerkastens ist die Rauchkammer stark erweitert und mit Winkelring an den vorderen Langkesselschuß angenietet. Die zwei schrägliegenden Ueberhitzerklappen werden durch einen rechtssitzenden Automaten oder durch Zug von Hand bewegt, wobei zur Ausbalancierung in der Rauchkammer besondere Gegengewichte vorgesehen sind.

Armaturen. Die Feuertür ist zweiteilig ausgeführt aus einfacher doppelter Blechplatte mit Distanzstücken. Von dem 3 m langen Rost ist eine mittlere Lage als Kipprost ausgebildet; die Feuerbuchse erhält ein langes Feuergewölbe.