Text-Bild-Ansicht Band 326

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Dadurch ist es möglich geworden, dies Gebiet zu erschöpfen und bei weitgehendster Unterteilung übersichtlich darzustellen. Das Heft wird jedem nützlich sein, der sich über die Literatur eines Sondergebiets der Elektrotechnik orientieren will.

Raumlehre für Baugewerkschulen und verwandte bautechnische Lehranstalten. Von M. Girndt, Prof., Oberlehrer an der Baugewerkschule Magdeburg. Erster Teil: Lehre von den ebenen Figuren. Mit 228 Figuren und 207 der Baupraxis entnommenen Aufgaben. 4. neubearbeitete Auflage. VI und 79 Seiten. Leipzig und Berlin 1911. B. G. Teubner. Preis geh. M 1,80.

In Anbetracht der im Titel genannten Anstalten ist die Behandlung des Stoffes und besonders die Auswahl der Beispiele durchaus zu billigen, und es wird daher die neue Auflage in den betreffenden Kreisen gewiß neue Freunde zu den alten erwerben. Besonders ist zu loben, daß sich der Verfasser von der euklidischen Form und der algebraischen Beweisführung völlig frei gemacht hat und alle Entwicklungen auf Anschauung gründet. Das Bedürfnis nach klarem Erfassen der geometrischen Beziehungen ist bei jungen Technikern befriedigt, sobald sie durch Anschauung überzeugt worden sind. Ein derartiges anschauliches Erkennen fehlt hier beim Satz des Pythagoras. Das einfache mechanische Ausmessen der Quadrate gibt keine Befriedigung; es muß den Schülern gezeigt werden – was sich durch zwei geradlinige Schnitte leicht ausführen läßt –, daß die Summe zweier Quadrate in ein einziges Quadrat verwandelt werden kann, dessen Seite mit denen der beiden ersten die Seiten eines rechtwinkligen Dreiecks bilden.

Berlin.

P. Sehafheitlin.

Deutscher Ausschuß für Eisenbeton. Versuche mit Eisenbetonbalken zur Bestimmung des Gleitwiderstandes. Ausgeführt in der Kgl. Sächsischen Mechanisch-Technischen Versuchsanstalt zu Dresden im Jahre 1908. Bericht erstattet von Prof. H. Scheit, Geheimer Hofrat, Direktor der K. S. M. T. Versuchsanstalt unter Mitwirkung von Privatdozent O. Wawrziniok. Adjunkt der Versuchsanstalt. Berlin 1911. W. Ernst & Sohn. Preis M 1,80.

Eines der wichtigsten Kapitel im gesamten Eisenbeton ist das der Haftfestigkeit, oder, um mit v. Bach zu sprechen, der Gleitwiderstand. Es war daher sehr zu begrüßen, daß der „Deutsche Ausschuß“ die Anregung zur Durchführung solcher Versuche gab. Die Versuche sollten die „Größe des Gleitwiderstandes der Eiseneinlagen in auf Biegung beanspruchten Balken bei statischer und dynamischer Kraftwirkung“ angeben. Die 2,16 m langen Balken wurden einmal mit Einzellasten, ein anderes Mal mit gleichförmig verteilter Belastung beansprucht und dann wurde festgesetzt, in welchem Stadium des Gleitens die Messung desselben erfolgen soll. Es wurde bestimmt, daß der Beginn des Gleitens maßgebend sein soll. Die Versuchsergebnisse sind in einer Reihe von Tabellen niedergelegt. Die Versuche wurden auch noch mit einer stoßweise wirkenden Belastung durchgeführt. Die mit großer Genauigkeit durchgeführten Versuche haben interessante Ergebnisse gezeitigt, die unsere bisherigen Ansichten darüber sehr wertvoll erweitern und ergänzen. Auch das Studium dieser kleinen Schrift kann der Fachwelt nur empfohlen werden.

Kaiserslautern.

A. Marx, Dipl.-Ing.

BEI DER REDAKTION EINGEGANGENE BÜCHER.

Die Elemente der Differential- und Integralrechnung. Dargestellt von Prof. Dr. K. Düsing. Ausgabe B: Für höhere technische Lehranstalten und zum Selbstunterricht. Mit zahlreichen Beispielen aus der technischen Mechanik von Dipl.-Ing. Ernst Preger sowie vielen Uebungen und 77 Figuren. Dritte, verbesserte Auflage. Hannover 1911. Dr. Max Jänecke. Preis M 1,90. Fernoptik. Von Chr. von Hofe. Aus Wissen und Können, Sammlung von Einzelschriften aus reiner und angewandter Wissenschaft von Prof. Dr. B. Weinstein. Mit 117 Figuren. Leipzig 1911. Johann Ambrosius Barth. Preis geb. M 5,–. Wasserkraft. Einführung in den Bau und die Anwendung der Wasserräder und Turbinen. Mit 38 Figuren, Berechnungsbeispielen, Aufgaben und Lösungen, Kraftmessung an einer Turbine und 1 Tafel: 11 Aufstellungsarten der Francisturbine. Von Wilh. Müller. Zweite, vermehrte und erweiterte Auflage. Hannover 1911. Dr. Max Jänecke. Preis M 3,40. Die Bedeutung der Kolloide für die Technik. Allgemeinverständlich dargestellt von Professor Dr. Kurt Arndt, Privatdozent an der Technischen Hochschule zu Berlin. Zweite, verbesserte Auflage. Dresden 1911. Theodor Steinkopff. Preis geh. M 1,50.

EINGESANDT.

Ausbildung von Ingenieuren im höheren Verwaltungsdienst.

Der Verein deutscher Ingenieure hat an die Oberbürgermeister und Bürgermeister aller größeren und mittleren deutschen Städte das Ersuchen gerichtet, Absolventen der Technischen Hochschulen, die sich der Verwaltung widmen wollen, Gelegenheit zur praktischen Ausbildung in den verschiedenen Zweigen der ihnen unterstellten Verwaltungen zu geben.

Für diese Ausbildung hat der Verein Leitsätze aufgestellt, aus denen folgendes hervorgehoben sei: Für die Ausbildung kommen nur Diplom-Ingenieure in Betracht, die bereits während ihrer Studienzeit verwaltungswissenschaftliche, insbesondere rechts-, wirthschafts- und sozialwissenschaftliche Studien getrieben haben. Die Ausbildung soll alle Gebiete des kommunalen Verwaltungswesens umfassen und sich nicht nur auf die technischen Verwaltungszweige erstrecken. Die auszubildenden Diplom-Ingenieure sollen sich in den Verwaltungsstellen, denen sie zur Beschäftigung überwiesen werden, möglichst selbständig betätigen; die Ausbildungszeit, in der sie vorwiegend rezeptiv tätig sind, ist also tunlichst einzuschränken. Es ist erwünscht, daß den Auszubildenden Referate aus dem Gebiete der Verwaltungsstelle, der sie jeweils zur Beschäftigung überwiesen sind, übertragen werden. Die Dauer der Ausbildung wird mindestens die Zeit eines geschlossenen Etatsjahres betragen müssen. Die Ausbildung soll ohne Verbindlichkeit für spätere Anstellung oder Beschäftigung und in der Regel unentgeltlich erfolgen.

BERICHTIGUNG.

In dem Artikel „Die elektrische Vollbahn Dessau-Bitterfeld“ ist auf S. 609, Heft 39, versehentlich die Bemerkung gemacht worden, daß, wie das Maschinenaggregat ebenso auch die übrigen Ausrüstungsteile der Bahn durch die A. E. G. geliefert worden seien. Bereits aus dem übrigen Inhalt des Aufsatzes ergibt sich, daß letzteres nicht zutreffend ist, da auch andere große Elektrizitäts-Gesellschaften an der Lieferung beteiligt waren.