Text-Bild-Ansicht Band 327

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Mann. Da aber die Handhabung der Bremsen und Kupplungen außerordentlich anstrengend war und die Führer sich nur schwer miteinander einarbeiten konnten, mußte die ganze Anlage vor 1 ½ Jahren außer Betrieb gesetzt werden. Vor kurzem wurde der Kohlenheber mit Jordan-Bremsen und -Kupplungen ausgerüstet und wieder in Betrieb genommen. Die drei an der Hub- und Fahrwinde vorhandenen Bremsen und Kupplungen werden jetzt elektropneumatisch durch einen kleinen Steuerschalter gesteuert, während die bisherige Anlaßsteuerung der Dampfmaschinen beibehalten wurde. Da Rohhaut und Holz sich für den angestrengten Betrieb der Bremsen und Kupplungen nicht bewährten, so mußte auch hier zu Ferodo gegriffen werden. Ein Mann steuert in äußerst bequemer und sicherer Weise sämtliche Arbeitsvorgänge wie Schließen, Oeffnen, Heben, Senken, Ein- und Ausfahren des Greifers. Aus jedem Arbeitsvorgang kann der Greifer mühelos in jeden anderen übergeschaltet und sicher geführt werden. Gefährliche Geschwindigkeiten werden selbsttätig durch eingebaute Senkbremsregler verhütet. Die sehr hohen Fördergeschwindigkeiten sind für Heben 4 m/Sek. Senken 8 m/Sek. und Fahren 2,5 m/Sek.

ÜBER GLEICHSTROM-ELEKTROSCHUTZMAGNETE.

Von Rolf Sproecke, Danzig.

Inhaltsübersicht.

Einleitend wird auf die Notwendigkeit einer Reinigung der zur maschinellen Verarbeitung gelangenden Rohstoffe von Eisenteilen hingewiesen. Werden hierzu Permanentmagnete verwendet so ergeben sich Mängel, denen gegenüber die Wirksamkeit der Elektro-Gleichstromschutzmagnete günstiger hervortritt. Von letzteren werden das theoretische Prinzip, die konstruktive Ausführung und die verschiedenen Verwendungsformen besprochen, wodurch auch die vielseitige Verwendungsmöglichkeit der Elektroschutzmagnete erkenntlich wird. Ein betriebssicheres Verhalten der neuartigen Schutzmagnete und bei deren Verwendung entstehende Vorteile für die Arbeitsmaschinen können festgestellt werden. Die Betriebswirtschaftlichkeit wird an Hand von Anschaffungs-, Unterhaltungs- und Leistungswerten einiger Magnetmodelle aus dem Magnetwerk G. m. b. H. Eisenach nachgeprüft, ebenso die entstehenden Jahresunkosten ermittelt; hierbei ergibt sich eine Kennzeichnung der betriebstechnischen und betriebswirtschaftlichen Eigenschaften der Elektroschutzmagnete

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Zu den Forderungen, welche die jetztzeitige Verarbeitung der Rohmaterialien an die Schöpfungen der Technik stellt, gehört auch jene nach einer möglichst betriebssicheren und störungsfrei arbeitenden Ausführung der benötigten Maschinen und Vorrichtungen.

Textabbildung Bd. 327, S. 373
Textabbildung Bd. 327, S. 373
Textabbildung Bd. 327, S. 373

In allen Betrieben, gleich welcher Art, macht sich infolge der stetigen Zunahme der maschinellen Fabrikation und der dabei auftretenden beschleunigten Produktionsvorgänge auch der Wunsch geltend, den Arbeitsmaschinen (sowohl den Orts- als auch Formänderungsmaschinen) Schutz gegen das Eindringen von Fremdkörpern zu geben. Besonders versucht man die meist in allen Rohstoffen vorkommenden Eisenteile abzusondern, weil diese nicht nur die Maschinen gefährden und unliebsame Betriebsstörungen verursachen, sondern auch manchesmal auf den ganzen Betrieb ungünstig rückwirken, wenn z.B. Explosionen oder Brände durch Hineingeraten von Eisenstücken in schnell bewegte Maschinen eintreten.

Vor allem haben Spinnereien, Papier- und Porzellanfabriken und Mühlen mit den erwähnten Unannehmlichkeiten zu kämpfen, aber auch sonstige Betriebe, in denen Zerkleinerungen der verschiedenen Rohstoffe stattfinden, versuchen, sei es aus gesetzlichen Gründen (Lebensmittelzubereitung) oder aus Betriebsrücksichten, sich von diesen Störenfrieden frei zu machen. Wie häufig und in welcher Art nun Eisenstücke in Rohstoffen enthalten sind, dürfte sich aus den Fig. 1, 2 und 3 ergeben. Die in Fig. 1 gezeigten Eisenteile wurden aus Zichorienwurzeln vor dem Mahlprozeß abgesondert, einmal zur Schonung der Mühlen, dann aber, um das als Genußmittel dienende Zichorienschrot zu säubern. In Fig. 2 sehen wir Eisenstücke, welche bei der Verarbeitung von Farbholz diesem entzogen wurden. Aus der Größe und Form der abgesonderten Stücke ist der Wert der Entfernung für die Verarbeitungsvorrichtungen erkenntlich. Endlich ergibt die Darstellung in Fig. 3 einige Absonderungen von Eisenstücken aus Copraschalen.

Es ist aus Fig. 1 bis 3 wohl erklärlich, daß jeder Betriebsleiter bemüht ist, seine Einrichtungen, vornehmlich die maschinellen, vor solchen Schädlingen zu bewahren. Bisher dienten dazu die sogen. Permanentmagnete. Letztere fanden aber keine allgemeine Aufnahme, weil sie