Text-Bild-Ansicht Band 331

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Quecksilber. Die Lagerstätten am Avalaberg und südlich davon bei Ripanj sind berühmt, wenn sie auch gegenwärtig nicht abgebaut werden. Der Durchschnittsgehalt soll 1,8 v. H. betragen, doch hält Krusch diese Zahl für übertrieben. Die Lagerstätten bei Brajici sind noch nicht genau erforscht. Ueber die Bedeutung der serbischen Quecksilbervorkommen für die Zentralmächte läßt sich endgültiges nicht sagen.

Chrom und Nickel kennt man bisher nur in kleineren Vorkommen, jedoch ist bei der großen Verbreitung des Serpentins die Möglichkeit bedeutender Lagerstätten vorhanden. Ebenso ist Manganerz nur in geringen Mengen bekannt.

Die Eisenerzlagerstätten Serbiens, die recht zahlreich sind, haben bisher noch keine Industrie ins Leben gerufen. Am wichtigsten sind die Magneteisenvorkommen am Kopaonikgebirge, die bis zum 16. Jahrhundert einen blühenden Bergbau hervorriefen. Das Erz tritt im Kontakt eines Granitlakkolithen mit Sedimenten auf, die ihrerseits wieder von Eruptivgesteinen durchbrochen sind. Das Erz wurde früher im Tagebau gewonnen. Es hatte 67 v. H. Fe bei 0,5 Cu.

Weitere Magneteisenlager bestehen auf dem Westufer des Ibar (Javor-Jelica Bezirk), sie zeigen hohen Eisengehalt, aber etwas Kupfer. Ferner treten Eisenerze im Losnicadistrikt auf. Im östlichen Teile liegen die Vorkommen bei Dobra (manganhaltiges Brauneisen). Ebenso treten in der Gegend von Majdanpek bei Rudna Glava Crnajka und an anderen Stellen Eisenerze auf.

Im südöstlichen Serbien liegt der Vlassina-Vranjadistrikt, wo sich starke Magneteisenimprägnationen in kristallinen Schiefern und im Granit befinden.

Aehnliche Vorkommen finden sich bei Podrinje im Drinagebiet. Die Eisenerzlagerstätten in Serpentinen hält Krusch für bedeutungslos, dagegen empfiehlt er die Untersuchung der Eisenerzsedimente bei Belgrad, bei Kragujevac und der oolithischen Erze bei Zidilje.

Die Bedeutung der Eisenerzvorräte Serbiens für uns hängt von dem Ergebnis der Untersuchungen über ihre Größe und ihre Erzführung ab.

Das Ergebnis seiner Untersuchungen über die Lagerstätten nutzbarer Mineralien in Serbien faßt Krusch dahin zusammen, daß die Braunkohlenlagerstätten und die meisten Erze wohl nur für Serbien selbst in Betracht kommen. Dagegen verdienen die Kupferlagerstätten volle Beachtung.

Wüster.

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Gemeinsame Probleme des Maschinenbaues. (Z. d. V. d. I. 1915 Nr. 42, 44, 45.) Dem hierüber erstatteten Bericht in diesem Journal Heft 5 (1916) S. 78 und 79, ist nachzutragen, daß die in Abb. 3 und 4 dargestellte zweckmäßige Ausbildung von Wellenansätzen oder Teilen zusammengesetzter Wellen der Firma Friedrich Krupp durch das D. R. P. 232725 geschützt ist.

Stephan.

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Der Verband deutscher Elektrotechniker hält am 3. Juni in Frankfurt a. M. seine Jahresversammlung ab, deren Tagung der Aussprache über den Ersatz von Sparstoffen in der Elektrotechnik und über die vorliegenden Erfahrungen mit Ersatzstoffen gewidmet sein soll.

Zur Veranschaulichung des bisher auf diesem Gebiet schon Erreichten wird eine Vorführung von Ersatzstoffen und aus solchen hergestellten Erzeugnissen veranstaltet werden.

Der Verband richtet an alle Firmen und Personen, die an diesem Gegenstande Interesse haben, die Aufforderung, ihm Mitteilungen über Herstellung und Verarbeitung neuer Materialien, neue Verwendung bekannter Materialien, Versuchsergebnisse und praktische Erfahrungen jeder Art zukommen zu lassen. Es ist auch erwünscht, wenn sich recht viele Firmen an der Vorführung der Ersatzstoffe und der daraus hergestellten Erzeugnisse beteiligen. Hierzu ist recht baldige Anmeldung erforderlich.

Alle Zuschriften sind zunächst zu richten an die Geschäftsstelle des Verbandes deutscher Elektrotechniker, Berlin SW 11, Königgrätzerstr. 106 I.

Rechts-Schau.

Der Einfluß des Unterganges des Aufstellungsortes bei dem Maschinenlieferungsvertrag. Eine Fabrik bestellt Maschinen, die in den Fabrikgebäuden verwandt werden sollen, ehe es aber zur Lieferung kommt, brennt die Fabrik ab. Die Rechtsfolgen eines solchen Ergebnisses sind verschiedenartig, je nach dem, welchem rechtlichen Charakter der Lieferungsvertrag unterliegt.

Am einfachsten ist die Rechtslage beim gewöhnlichen Kauf, bei dem der Lieferant nur die Lieferung selbst übernimmt, und eine Montierung nicht nötig ist, oder nicht Bestandteil des Vertrages wird, vielleicht weil der Fabrikant die Montierung selbst vornimmt, oder einem anderen Unternehmer überträgt. Der Untergang des Aufstellungsortes hat bei dem Lieferungsvertrag gar keinen Einfluß. Der Vertrag besteht nur darin, daß die Maschine geliefert wird, die Abnahme besteht in der bloßen Entgegennahme. Beides ist nach wie vor möglich, und die Wirkung des Unterganges des Aufstellungsortes ist nur die, daß der Besteller an der Maschine kein Interesse mehr hat. Der bloße Fortfall des Interesses aber rechtfertigt weder einen Rücktritt, noch hat er sonst einen Einfluß, eine clausula rebus sie stantibus kennt das Gesetz nicht, würde wohl auch schwerlich auf solche Fälle zur Anwendung kommen können. Der Unternehmer kann also Abnahme und Bezahlung verlangen.

Der entgegengesetzte Fall ist der, daß es sich um einen reinen Werkvertrag handelt; z.B. eine maschinelle Anlage ist speziell für diese Fabrik auszuführen, und das