Text-Bild-Ansicht Band 334

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nicht weiter geachtet wurde. Daß im übrigen der Einfluß des Wasserdampfes wesentlich größer als der der Kohlensäure ist, ist leicht verständlich, wenn man bedenkt, daß diese in dem in Betracht kommenden Bereich nur zwei starke Absorptionsbanden mit dem Maxima bei 4,3 und 14,7 μ hat, während der Wasserdampf Absorptionsmaxima bei 2,7; 6,1; 6,5; 11,6; 12,4; 13,4; 14,3; 15,7 und 17,5 μ aufweist. Der Größenordnung nach beträgt die Absorption des Wasserdampfes etwa 10 v. H. der Gesamtstrahlung.

Tabelle 9.

Einfluß des Zwischenmediums auf das Féry-Pyrometer.

Platinofen (35 cm Abstand) Silitrohrofen (100 cm Abstand)
Temperatur Verringerung durch Temperatur Verringerung durch Temperatur Verringerung durch

beob.

korrig.

Wasserd.

Kohlens.

beob.

korrig.

Wasserd.

Kohlens.

beob.

korrig.

Rauch
stark
schwelender
400 417 25 5
500 529 40 2
601 629 41 10 600 628 55 2
700 727 50 3
780 817 50 10 800 826 65 820 846 28
900 925 60 5
950 996 65 9 1000 1024 95 6 998 1022 18
1100 1123 115 8 1088 1111 15
1144 1200 49 7 1200 1221 120 10
1296 1316 6 21

Ebenso wie durch das Zwischenmedium werden natürlich die Angaben des Instrumentes auch durch Verschmutzung des Spiegels geändert. Um hierfür einige Werte zu erhalten, wurde so verfahren, daß das Pyrometer mit voller Oeffnung senkrecht in einen Raum gestellt wurde, in welchem kräftig Staub aufgewirbelt wurde, so daß sich auf den Spiegel eine Staubschicht absetzte. Mit dem bestaubten Spiegel ergaben sich dann die in Tab. 10 wiedergegebenen Korrektionen, die an den bereits korrigierten Angaben des Instrumentes mit blankem Spiegel wegen der Bestäubung anzubringen waren; sie steigen mit wachsender Temperatur von 20 bis 75° an.

Tabelle 10.

Einfluß der Bestäubung des Spiegels beim Féry-Pyrometer.

Pyrometer mit
blankem bestaubtem
Spiegel
Korrigierte Temperatur Korrektion
523 + 23
617 + 17
740 + 40
850 + 50
972 + 72
1079 + 72
1323 + 73

Eine Beschmutzung des Spiegels wird sich nun im praktischen Betriebe, namentlich in den Hütten, niemals vermeiden lassen. Es wird deswegen hier notwendig sein, um nicht recht falsche Angaben zu erhalten, den Spiegel vor jeder Benutzung wieder zu reinigen. Hiermit liegt aber wiederum die Gefahr einer Beschädigung der reflektierenden Goldschicht und damit eine Aenderung des Reflexionsvermögens vor. Das sind Bedenken, welche sehr stark gegen die Brauchbarkeit des Féry-Pyrometers im praktischen Betriebe sprechen; im Laboratorium, wo das Instrument von sachverständigen Händen sorgfältig behandelt wird, sind sie naturgemäß hinfällig.

Im Anschluß hieran wurden auch noch einige praktische Messungen an dem schon vorher erwähnten Versuchs-Glasschmelzofen des ehem. Labor. II der Optischen Anstalt C. P. Goerz angestellt und hier das Féry-Pyrometer mit dem Wanner-Pyrometer verglichen. Wegen des nur kleinen Schaulochs mußte verhältnismäßig nahe mit dem Pyrometer herangegangen werden; darin liegt insofern eine Gefahr, als dadurch leicht Unterschiede zwischen der warmen und der kalten Lötstelle eintreten können. Man muß deshalb unbedingt einige Zeit warten, bis diese verschwunden sind, bzw. die hierdurch verursachten Korrektionen mit in Rechnung stellen. Es ergab sich hierfür bei 1430° im Mittel eine Korrektion von 83° (s. Tab. 11); dabei war es ziemlich gleichgiltig, ob das Heizgas durch den Ofen hindurchstrich oder abgestellt war. Allerdings kann man hieraus noch nicht folgern, daß die Absorption des Heizgases zu vernachläßigen ist, da ja die Verbrennungsprodukte nach Abstellung des Heizgases im Ofen verbleiben. Nach Tab. 2 würde die Korrektion hier nur +71° betragen. Die 12° Unterschied gegenüber den beobachteten 83° dürften somit wohl auf die Absorption der Verbrennungsgase zurückzuführen sein.

Zum Schlusse wurde noch an dem zum Instrument gehörigen Galvanometer, welches außer den beiden vorher erwähnten Skalen noch eine Millivoltskala von 0 bis 4 Millivolt trägt, untersucht, ob die Teilungen nach dem Gesetz hergestellt sind, daß die thermoelektromotorische Kraft proportional der vierten Potenz der absoluten Temperatur T des strahlenden Körpers ist, oder ob dieselben nur empirisch angefertigt sind.

Tabelle 11.

Messung eines Glashafens im Ofen mit dem Féry-Pyrometer.

Wanner-
Pyro-
meter
Féry-
Pyro-
meter

Korr.
Temp.-
Diff. der
Lötstellen

Gesamt-
Korr.
Mit
Heizgas

Heizgas
abgestellt
1465
1432

1449
1380
1390
1379

1363
1290
+ 75
+ 53

+ 86
+ 90
12
16

0
0
+ 87
+ 69

+ 86
+ 90
Mittel + 83

Es wurde zu diesem Zweck auf die Temperaturen 527°, 627° . . . eingestellt (um eine bequeme Rechnung zu ermöglichen), und die dazu gehörige Spannung (E) in Volt abgelesen. Aus Tab. 14 ergibt sich, daß das Verhältnis E/T4 den Wert 6,53 • 10–16 hat. Dabei schwankten die Einzelwerte zwischen 6,25 und 6,74, was auf die recht roh ausgeführte, ungenaue Teilung zurückzuführen ist. Im wesentlichen ist also der Skalenteilung die theoretische Beziehung zugrunde gelegt.