Text-Bild-Ansicht Band 342

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Metallblätter zu prüfen, immer zum Aluminium. Seine Leitfähigkeit für den elektrischen Strom läßt es zu einem, wenn auch vorläufig noch nicht gefährlichen, so doch immerhin schon beachtenswerten Wettbewerber des Kupfers heranwachsen. Insbesondere müssen wir Deutsche bei allen diesen Anwendungen immer im Auge behalten, daß wir in bezug auf die meisten anderen Metalle, so namentlich in bezug auf Kupfer, und seit dem Versailler Frieden, der uns das Haupteisenland Lothringen raubte, auch in bezug auf Eisen, wenig günstig gestellt sind, während wir in der Gewinnung des Aluminiums an zweiter Stelle stehen, da wir hierin nur von Amerika übertroffen werden.

Von Natur ungünstige Eigenschaften des Aluminiums sind seine geringe Festigkeit und die Schwierigkeit, es in Formen zu gießen. Aber auch hier wußte die Technik Rat. Es war wiederum eine deutsche Erfindung, durch Zusatz geringer Mengen von Magnesium die Festigkeit des Aluminiums so zu erhöhen, daß es auch für den Maschinenbauer einen hochwertigen Baustoff abgab. Diese Aluminiumart führt den Namen Duralumin. Seine Feuerprobe bestand das Duralumin beim Bau der Zeppelinluftschiffe, und seitdem verschaffte ihm der immer weitergehende Bedarf an Luftschiffen und Flugzeugen weite Anwendungsgebiete. Angeregt durch diesen Fortschritt hat man auch mit immer weitergehendem Erfolge erforscht, welche Aenderungen in den Eigenschaften des Aluminiums durch Zusatz anderer Metalle, wie namentlich Kupfer und Zink, erzielt werden. Eine große Zahl solcher Legierungen, wie z.B. Aludur, Skleron, Aeron, Lautal und in jüngster Zeit Constructal, sind bekannt geworden, und es ist auch gelungen, das Aluminium in gießbarer Form herzustellen. Wenn man bedenkt, wie ungeheuer mannigfaltig die Arten des Eisens sind, wie stark seine Eigenschaften durch ganz geringfügige Zusätze fremder Bestandteile verändert werden, einer Wie langen Entwicklung es bedurfte, bis diese verschiedenen Eisenarten in ihren Eigentümlichkeiten erforscht waren und wie unendlich viel Arbeit hierauf seit Jahrhunderten verwendet worden ist, so wird man mit Recht behaupten dürfen, daß auch die Gewinnung neuer Formen des Aluminiums, durch fremde Zusätze sowohl als auch durch bestimmte Bearbeitungsarten, erst in den Anfängen steht.

Man liest von Zeit zu Zeit trübgestimmte Erörterungen über den Raubbau, den das Menschengeschlecht augenblicklich an den für seine Wirtschaft wichtigsten und leider nur in beschränkter Menge vorhandenen Rohstoffen, nämlich Kohle und Eisen, treibe, und einer wie traurigen Zukunft es aus diesem Grunde entgegengehe. So wenig es unsere Aufgabe ist, uns die Köpfe unserer Ururenkel zu zerbrechen, so kann man demgegenüber doch darauf hinweisen, daß uns auch noch andere Energiequellen, außer der Kohle, zur Verfügung stehen, und daß uns die Natur in dem in fast unbegrenzter Menge vorkommenden Aluminium ein Metall gegeben hat, das die Wissenschaft und die Technik dann, wenn die gebieterische Not es verlangen sollte, zu einem ebenbürtigen Nachfolger des jetzt weltbeherrschenden Eisens entwickeln wird.

Polytechnische Schau.

(Nachdruck der Originalberichte – auch im Auszüge – nur mit Quellenangabe gestattet.)

Eine neue Pflasterrammaschine. Seit längerer Zeit ist man bestrebt, die anstrengende, außerordentlich ermüdende Arbeit des Rammens von Pflastersteinen einer geeigneten Maschine zu übertragen.

Textabbildung Bd. 342, S. 78

Nachdem zahlreiche, zu diesem Zweck unternommene Versuche fehlschlugen, ist es vor kurzem dem schwedischen Ingenieur Carlsson gelungen, eine Maschine zu bauen, deren Benutzung sowohl hinsichtlich der Arbeitsweise wie der Wirtschaftlichkeit zu so befriedigenden Ergebnissen führte, daß die Maschinenfabrik Eßlingen das alleinige Herstellungs- und Vertriebsrecht für Deutschland und eine Reihe anderer Länder erworben hat.

Die Bauart der Maschine ist aus der beigefügten Abbildung zu erkennen. Als Antriebsmotor dient ein luftgekühlter Benzinmotor von etwa 2½ PS. Dauerleistung, der die Energie über ein Zahnradgetriebe und eine Zwischenwelle auf die Antriebswelle überträgt. Von der Arbeitswelle aus wird der Rammbär mit Hilfe einer sich selbsttätig periodisch ein- und ausschaltenden Kupplung angehoben, um dann nach Lösung der Kupplung frei niederzufallen. Die Hubhöhe des Rammbären beträgt bis zu 375 mm und kann nach Bedarf verändert werden; ebenso kann das Bärgewicht, das normal 70 kg beträgt, im Bedarfsfalle durch Vergrößerung oder Verringerung seiner Bleifüllung verändert werden. Eine besondere Vorrichtung ermöglicht auch das Festhalten des Bären in gehobener Stellung. Die Zahl der Schläge in der Minute, die normal 60 beträgt, ist innerhalb gewisser Grenzen regelbar.

Die ganze maschinelle Vorrichtung ist auf einem Fahrgestell befestigt, das auf zwei Pneumatikrädern läuft, die zugleich gegen die beim Rammen auftretenden Erschütterungen abfedern. Die Maschine kann während des Arbeitens selbsttätig vor- und rückwärts bewegt werden, so daß der Bedienungsmann nur die Richtung für die Fahrbewegung zu bestimmen hat.