Text-Bild-Ansicht Band 343

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Turbinen-Anschluß- und -Ueberströmrohre in Faltenrohr-Ausführung.

Von Ing. W. Paul, Düsseldorf.

Textabbildung Bd. 343, S. 223

Turbinen-Anschlußstutzen sollen nach Vorschrift der Hersteller-Firmen so gering wie möglich belastet werden, da durch hohe Beanspruchungen sehr leicht Brüche im Gehäuse bzw. Schnellschlußventil auftreten können. Um die in den Frischdampfzuleitungen und Abdampfleitungen auftretenden oft beträchtlichen Längenausdehnungen aufzunehmen, sind die Anschlußrohre so elastisch auszubilden, daß die Reaktionsdrücke in den niedrigsten Grenzen gehalten werden. Bereits seit vielen Jahren werden für diesen Zweck die patentierten Faltenrohre*) vorgesehen.

Diese Faltenrohre sind den auftretenden hohen Beanspruchungen in jeder Beziehung gewachsen. Sie besitzen eine sehr große Dehnungsaufnahme und eine ungeschwächte Wandung. Die Materialbeanspruchung bei der Herstellung ist gering. Die Faltenbildung selbst wird während des Biegungsprozesses bewirkt. Eine Schwächung der äußeren Wandung sowie Kaltreckungen des Materials treten nicht ein. Um die etwa entstandenen Spannungen zu beseitigen, werden alle Faltenrohre in einem Glühofen sorgfältig ausgeglüht und vergütet. Da der Dampf infolge seiner Fliehkraft hauptsächlich an den Stellen entlangstreicht, an welchen das Rohr glatte Flächen besitzt, ist auch der Druckverlust außerordentlich gering.

Textabbildung Bd. 343, S. 223

Die Faltenrohre bedürfen keinerlei Wartung. Selbst bei schwierigsten Betriebsverhältnissen (bis zu 100 atü) haben sich diese Kompensatoren ganz hervorragend bewährt. Der Vorteil, daß die Faltenrohre in allen Lichtweiten bis zu den größten

*)

Allgemeine Rohrleitung Aktiengesellschaft, Düsseldorf.