Text-Bild-Ansicht Band 344

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Unzweifelhaft ist es daher von großem wirtschaftlichen Vorteil, wenn es gerade in der ersten Feuerzone, neben der vom Feuer ausgehenden Wärmestrahlung, die ja nur in den ersten, dem Feuer zugekehrten Rohrreihen zur Wirkung kommt, angestrebt wird, durch geeignete Rohranordnung eine rationelle Uebertragung der gesamten Wärme auch durch Berührung zu erlangen und auf die Dauer sicherzustellen.

In Abb. 2 bis 5 sind verschiedene Kombinationen solcher Rohranordnungen dargestellt. Jede Ausführungsform ist als ein Rohrbündel gedacht und bei Steilrohrkesseln mit einem oder mehreren Oberund Unterkesseln anwendbar, gleichviel, ob gerade oder gekrümmte Rohre zur Anwendung kommen.

Die Feuergase treten (Abb. 2) vom Feuerraum in Richtung der Pfeile mit großer, dem Schornsteinoder Ventilatorzug entsprechender Geschwindigkeit in das Rohrbündel ein, ziehen dann durch die Rohrgassen bis an die versetzten Rohrreihen, die in diesem Falle die Funktion einer Prallwand übernehmen, wodurch in den Gassen gewissermaßen ein Rückstau der vom Feuerraum ankommenden Gase entsteht. Infolgedessen werden die Gase gezwungen, die ganze Rohroberfläche, auch die der nichtversetzten Rohre, zu umspülen. Dadurch, daß die Gase dann die versetzten Rohrreihen durchziehen, wird, wie eingangs erläutert, eine innige Berührung der Rohre an allen Flächenteilen erreicht. Auf diese Weise wird die gesamte verfügbare Rohrheizfläche zur Wärmeübertragung herangezogen.

Hieraus geht hervor, daß durch diese Rohranordnung die Wärmeübertragung dermaßen begünstigt wird, daß gegenüber den bekannten Rohranordnungen die wärmewirtschaftlich höchsten Resultate sichergestellt werden; auch wird durch die gleichmäßige Erwärmung der Rohre ein Verziehen derselben verhindert.

Weitere Rohranordnungen nach diesem Prinzip sind in Abb. 3 bis 5 dargestellt. Hier sind die Rohrgassen unter einem spitzen Winkel zur Trommelachse angeordnet, und zwar so, daß die Möglichkeit, die Rohre durch den Zwischenraum zweier Reihen hindurch auszubauen, gewahrt blieb. Auch hier sind am Ende der Gassen versetzte Rohrreihen zu demselben Zweck wie in Abb. 2 eingebaut.

Die Anordnung der schiefen Rohrgassen (Abb. 3) gibt die Möglichkeit, auch hier die ganze Rohrheizfläche zur Wärmeübertragung heranzuziehen. In der Anordnung nach Abb. 4 ist der Winkel der Gassen zur Achse weniger spitz als bei Abb. 3; auch ist die Rohrteilung etwas enger, so daß mehr Heizfläche untergebracht werden kann.

Abb. 5 zeigt, daß die Rohrreihen paarweise zusammengerückt sind, also mehr wie versetzte Rohre wirken, was ebenfalls eine sehr günstige Wärmeübertragung ergibt.

Die gleiche Anordnung kann auch bei geraden Reihen wie in Abb. 2 gewählt werden.

Durch die beschriebenen Anordnungen wird eine erheblich stärkere Verdampfung als sonst erzielt; man muß daher geeignete Fallrohre vorsehen, um das Wasser im oder in den Unterkesseln in richtiger Menge zu ersetzen. Diese Rücklaufrohre dürfen von den Heizgasen möglichst wenig berührt werden. Um dies zu erreichen, werden (s. Abb. 6) auch hinter den versetzten Rohrreihen wieder Rohrgassen mit gleichachsigen Rohren angeordnet, und zwar so, daß auch hier wieder jedes Rohr einzeln ausbaufähig ist.

Dadurch wird erreicht, daß die bereits stark abgekühlten Feuergase nach dem Verlassen der versetzten Rohrreihen diese „Fallrohrreihen“ mit großer Geschwindigkeit und hier absichtlich geringerer Wärmeübertragung durchziehen, so daß ein rascher Rücklauf des Wassers vom Ober- zum Unterkessel gewährleistet ist.

Diese Fallrohranordnung ist auch bei den Anordnungen nach Abb. 3 bis 5 anwendbar. Bei kleinen Heizflächen oder bei Platzmangel wird die Anordnung so getroffen, daß die Rohrgassen auf der Feuerseite weggelassen werden; sie werden dann, gewissermaßen in umgekehrter Anordnung wie in Abb. 2, hinter die versetzten Reihen gebracht.

Die günstige Wärmeübertragung kommt jeweils im ganzen Rohrbündel zur vollen Auswirkung, also auch in dem Teil des Rohrbündels, der zwecks Feuergasführung durch eine Lenkwand abgedeckt ist.

Dipl.-Ing. E. Kuhn (Berlin).

Licht als Bauelement.

Von Arch. Karl Nöthling, Berlin-Hermsdorf.

Das Bestreben der modernen Architektur geht bekanntlich dahin, das bautechnisch Zweckmäßige mit dem künstlerisch Stil- und Stimmungsvollen in denkbar größten Einklang zu bringen. Da nun in der neuzeitlichen Raumkunst, wie überhaupt im heutigen Kulturleben, Licht und Farbe, d.h. Beleuchtung und Farbenstimmung, eine immer wichtigere Rolle spielen, ja geradezu zu einer beherrschenden Macht geworden sind, so ist es kein Wunder, daß von Seiten der aufs höchste entwickelten LichtTechnik her eine Neuheit geschaffen wurde, die als glücklichste Lösung des angedeuteten architektonischen Problems überall berechtigtes Aufsehen erregt und auch in der Praxis täglich steigendes Interesse findet. Diese gute bemerkenswerte Neuheit heißt Atrax -Würfel und wird von der Atrax-Gesellschaft, Berlin W. 9, auf den Markt gebracht. Das ist ein Hohlglaskörper von kubischer Grundform, der aber auch in anderen Formen in verschiedenen Größen hergestellt wird. An einer Körperseite der Atrax-Würfel befindet sich die Einführung für die im Innern angebrachte Glühlampe mit Fassung, die das Hinstellen oder Aufhängen des Atrax-Würfels ermöglicht.

Die Atrax-Würfel sind ganz aus kristallüberfangenem Opalglas ohne jede Metalleinfassung. Infolgedessen stehen sie ohne beengende, störende materielle Betonung der Umgrenzung, der Begrenzungslinien gleichsam frei im Räume, obwohl sie sich andererseits wegen dieser räumlichen Formfreiheit in jeden Raumgestaltungskomplex bequem und stilvoll einordnen lassen, besonders im Sinne der modernen Raumkunst, die das Kubische